Eine kleine Geschichte zum Nachdenken ...


In einem kleinen Dorf irgendwo in China lebte ein alter Zen-Meister. Ein Junge aus dem Dorf, er war 14, bekam zum Geburtstag ein Pferd geschenkt. Alle Bewohner sagten "Oh, ist das nicht wunderbar?" und freuten sich.

Der Zen-Meister aber sagte nur: "Man wird sehen ..."

Ein Jahr später stürzte der Junge bei einem Ausritt vom Pferd und brach sich ein Bein. Es war eine schwere Verletzung, es würde nie wieder richtig heilen, und es war klar dass er sein ganzes Leben humpeln wird. Die Bewohner des Dorfes sagten "Oh, wie furchtbar, der arme Junge! Hätte er nur kein Pferd bekommen!"

Der Zen-Meister aber sagte nur: "Man wird sehen ..."

Ein Jahr später, der Junge war gerade 16 geworden, brach Krieg mit dem Nachbarland aus. Alle Männer ab 16 wurden vom König zum Kriegsdienst befohlen. Der Gegner war übermächtig, und die Hoffnung auf einen Sieg war aussichtslos. Der Weg in die Schlacht war das sichere Todesurteil für die Krieger. Weil der Junge so stark humpelte, wurde er als einer von wenigen nicht eingezogen. Im Dorf sagten Sie "Oh, was für ein Glück für ihn! Wäre er damals nicht vom Pferd gefallen, müsste er jetzt auch in den Krieg ziehen, und wäre dem Tode geweiht!"

Der Zen-Meister aber sagte nur: "Man wird sehen ..."

Das Wunder geschah. Der beste General des Königs ersann eine geschickte List, und schon in der ersten Schlacht konnte der übermächtige Gegner vernichtend geschlagen werden. Nur wenige der Krieger des Königs wurden verletzt, und niemand wurde getötet. Alle kehrten als Helden heim, und der König beschenkte sie reich. Jeder der Krieger bekam ein eigenes Stück Land geschenkt, konnte nun selbst Bauer sein und musste nicht mehr als Tagelöhner arbeiten. Nur der Junge nicht, denn er war ja nicht im Krieg. Im Dorf sagte man "Oh, wie schlimm für den Jungen. Alle sind reich beschenkt worden, nur er bleibt arm und bekommt kein eigenes Land."

Der Zen-Meister aber sagte nur: "Man wird sehen ..."